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Affolter

Das Affolter-Modell

Basierend auf ihrem Entwicklungsmodell entwickelten Frau Dr. Affolter und ihr Team eine Therapiemethode, die wahrnehmungsgestörte Menschen in der Suche nach gespürter Information unterstützt. Die zentrale Organisation der Wahrnehmung wird auf diese Weise entscheidend verbessert.
Das Affolter- Modell findet in der Arbeit mit wahrnehmungsgestörten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine zunehmend breitere Anwendung. Diese Menschen können mit der Affolter- Methode unabhängig von Art und Schweregrad der angeborenen oder erworbenen Beeinträchtigung behandelt werden. In der Umgebung fallen sie durch Andersartigkeit ihres Verhaltens und ihrer Problemverarbeitung auf. Ihre Interaktion mit der Umwelt erscheint oft als „unangepasst“. Dies gilt als Ausdruck ihrer Wahrnehmungsstörungen.
Die geführte Interaktionstherapie unterstützt den wahrnehmungsgestörten Menschen in der gespürten Informationssuche innerhalb problemlösender Alltagsgeschehnisse. Diese gilt als Wurzel der Entwicklung. Um den betroffenen Personen zu einer besseren Wahrnehmungsorganisation und angemessener Hypothesenbildung zu verhelfen, werden Teile der Problemexploration und Problemlösung notwendige Bewegungen „geführt“ vollzogen. Geführt heißt, dass die Therapeutin mit dem Körper des Patienten Bewegungen ausführt. Gemeinsam werden so Beziehungen zwischen Patient und Umwelt hergestellt.
Besonders sinnvoll ist dies, indem alltägliche Verrichtungen -Alltagsgeschehnisse- mit dem Patienten durchgeführt werden. Dies kann z.B. das Zubereiten einer Mahlzeit sein, Körperpflege, Anziehen, Positionswechsel, haushälterische oder handwerkliche Tätigkeiten. Alltagsgeschehnisse wiederholen sich und bieten daher die Gelegenheit für ähnliche Erfahrungen. Je nach Indikation des Betroffenen und der gewählten Tätigkeit können unterschiedliche Arten des Führens zum Einsatz kommen.
Die Beratung und Anleitung von Familienangehörigen und Bezugspersonen ist eine tragende Säule dieses Therapiekonzeptes. Es ist ein unverzichtbarer Teil des therapeutischen Auftrages, die Angehörigen im Sinne des Modells für die Arbeit zu Hause und im Alltag anzuleiten und unterstützend zu begleiten.

Mögliche Symptome einer Wahrnehmungsstörung:

  • Probleme bei der Planung, Ausführung oder Beendigung von Handlungen
  • vermindertes oder stark erhöhtes Arbeitstempo
  • Ziellosigkeit
  • Schwierigkeiten in der Tonusanpassung/ verminderter Haltungshintergrund
  • unzureichende Reizselektion
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • motorische Unruhe
  • Affektlabilität
  • Ängste oder aggressives Verhalten
  • geringe Frustrationstoleranz
  • Sprachprobleme

Anwendungsbereiche der Affolter- Methode:

  • Entwicklungsauffällige Säuglinge und Kleinkinder
  • Sprachstörungen
  • Lern- und Verhaltensauffälligkeiten
  • tiefgreifende Entwicklungsstörungen (z.B. Autismus)
  • Folgen von Deprivation
  • Erwachsene und Kinder mit schweren angeborenen oder erworbenen Schädigungen des ZNS
  • Menschen mit entsprechenden Problemen in der beruflichen Eingliederung
  • Menschen mit Demenzsyndrom

Aktualisiert (Dienstag, den 30. März 2010 um 09:43 Uhr)